Magnus Zanon schlägt mit GM Andreas Diermair einen vormaligen Lienz – Open – Sieger im Blitz
Magnus berichtet:
Anlässlich des Weltschachtags und der Neugründung des Vereins Wiener Schacheria unter der Führung von Annika Fröwis, fand dieses Jahr in der Zentrale der Österreichischen Nationalbank ein hochklassiges Blitzturnier statt. Zwei Großmeister, vier Internationale Meister und mehrere Fidemeister und Meisterkandidaten befanden sich unter den TeilnehmerInnen. Insgesamt trafen knapp 80 SpielerInnen an den Brettern aufeinander. Das Ambiente lud durchaus zu spannenden Wettkämpfen ein.
Für mich persönlich lief das Turnier außergewöhnlich gut. In der ersten Runde bekam ich es gleich mit einem Talent zu tun, Julius Tschandl, gerade mal 10 oder 11 Jahre alt, aber bereits mit 1700 Elo ausgestattet. Schon vor einem halben Jahr musste ich mit Müh und Not ein X im Blitzen gegen ihn retten, dieses Mal gewann ich relativ souverän.
Auf Grund von Auslosungsproblemen in der ersten Runde wurde ich dann unerwarteterweise mit einem GM gepaart, Herrn Diermair. In der Folge konnte ich mir eines meiner Schachlebensziele erfüllen. Nachdem ich bei der Staatsmeisterschaft gegen GM Blohberger noch einen Gewinn aus Nervosität verworfen hatte, konnte ich diesmal ein nicht korrektes Spiel meines Gegenübers nutzen und ihn mattieren, bzw. ich hätte ihn mattiert, hätte er mit nicht vorher die Hand gereicht. Grund genug für ihn, sofort darauf das Turnier zu beenden und frustriert die Heimreise anzutreten.
In Runde 3 wartete mit dem jungen FM Stickler gleich ein weiterer Titelträger auf mich. Ich scheine sein Angstgegner zu sein, denn bis auf unsere allererste Begegnung habe ich alle Partien bisher gegen ihn gewonnen, und so war es auch diesmal. Die kritische Stellung findet sich im Diagramm unten.

Mein letzter Zug war DxSd7, mein Gegner konterte mit Lc8, ich war kurz genervt, den Zug hatte ich vorher nicht gesehen, doch in diesem Moment hatte ich etwas Stellungsglück, denn Lc8 funktioniert sehenswert nicht und in diesem Moment hat sich mein schnelles Spiel zuvor ausgezahlt und ich konnte den Sieg erringen.
Die Runden 4 und 5 liefen weniger erfolgreich, zuerst fegte mich Noch – FM (bald IM) Peter Balint vom Brett, dann auch noch IM Risteski, nachdem ich eine schlechte Stellung wieder ausgeglichen und gute Remischancen gehabt hatte. Es folgte mit Jim Seikman erneut ein „Kind“, das ich besiegen konnte, dann wiederum mit Herrn Fröwis ein IM, der mir den ganzen Punkt abnahm, und danach gleich 3 Siege in Folge gegen zwei erneut sehr junge Teilnehmer und eine frisch verheiratete WCM Urbanec.
So standen 7 Punkte aus 10 Runden auf dem Papier, sehr erfreulich, und die Begegnung in der letzten Runde ließ noch etwas Hoffnung auf mehr aufkeimen. Es ging gegen einen Nicht – Titelträger, Nikolaus Wallinger, an den Start. Auch er ist gerade einmal 15 Jahre alt und wird im klassischen Schach schon mit 2250 Elo geführt, aber nach diesem Turnierverlauf schien alles möglich. Ich überspielte auch ihn in der Eröffnung, stand vermutlich auf Gewinn, und als ich begann, an 8/11 zu denken, schlichen sich ein, zwei kleine Fehler und ungünstige Abtauschaktionen ein, und er konnte die Partie zu seinen Gunsten drehen. Schade, mir blieben die 8 Punkte verwehrt, dennoch kann ich mit dem Turnier zufrieden sein.
Am Ende gewann IM Laurenz Borrmann vor FM Peter Balint und FM Florentin Stickler. Vierter wurde GM David Shengelia, und auf Rang 5 fand sich schlussendlich der für lange Zeit führende IM Schwabeneder ein.
Bericht: Magnus Zanon
Lösung zum Diagramm: Sd8! gewinnt auf Grund der starken Drohung eines erstickten Matts die Partie, z. B.: 1. – Lc8 2.Sd8 g5 3.Sf7+ Kg7 4.Dxa7 Tb7 5.Dxb7 Lxb7 6.Sxh6 Kxh6 7. Tb6+ +- (Fritz 18)
Alle Ergebnisse: https://s1.chess-results.com/tnr1453543.aspx?lan=0&art=9&fed=AUT&turdet=YES&snr=21&SNode=S0
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