Von 15. bis 22. August lud der SV Raika Rapid Feffernitz zum 35. Mal zu seinem Internationalen Open nach Feistritz an der Drau. 60 Spielerinnen und Spieler aus vier Nationen – Österreich, Deutschland, Slowenien und Kroatien – gingen über neun Runden an den Start, gespielt wurde mit 90 Minuten plus 30 Minuten plus 30 Sekunden Zuschlag pro Zug. Bei einem Eloschnitt von 1808 waren drei Internationale Meister und zwei FIDE-Meister im Feld.
Anders als im Vorjahr wurde das Hauptturnier heuer nicht in eine A- und eine B-Gruppe geteilt – alle Teilnehmer spielten in einem einzigen großen Open. Damit saßen unsere Nachwuchsspieler von der ersten Runde an in denselben Auslosungen wie die Titelträger, und genau das hat sich am Ende ausgezahlt.

Andreas Amon – bester Nußdorf-Debanter
Die zahlenmäßig stärkste Vereinsabordnung stellte der SV Nußdorf-Debant. Mit acht Spielern waren wir sogar zahlreicher vertreten als der Gastgeber selbst (sechs) und als der ESV Askö Admira Villach (fünf). Fünf unserer acht Starter sind Nachwuchsspieler – ein Bild, das für die Zukunft des Vereins Freude macht.

Andreas Amon war als Setzrang 21 angereist und verbesserte sich am Ende auf Rang 13 – mit 5,5 aus 9 das beste Ergebnis unseres Vereins. Der Auftakt gelang mit Schwarz gegen Nikolaj Praznik, in Runde 2 gab es gegen Richard Reichhütter (2088) nichts zu holen, in Runde 3 folgte ein Remis gegen Hagen Matthias Schmied.
Der Mittelteil verlief wechselhaft: Sieg gegen Andreas Zebedin, Niederlage gegen Andreas Hellerschmid (2046), dann ein Sieg gegen Werner Hipfl und eine Niederlage gegen Dr. Josef Kainz. Umso bemerkenswerter war der Schlussspurt – zwei Siege in den letzten beiden Runden, beide mit den schwarzen Steinen, gegen Wolfgang Gleis und in der Schlussrunde gegen Jens Wietschorke (1891). Das ergab eine Eloperformance von 1918 und damit rund 100 Punkte über seiner nationalen Wertungszahl.
Robert Oberbichler
Robert Oberbichler (Setzrang 19) kam auf 4,5 Punkte und Rang 28. Nach dem Sieg zum Auftakt gegen Martin Kramer und der erwartbar schwierigen Aufgabe gegen FM Klaus-Dieter Kesik (2135) in Runde 2 gab es in Runde 3 das erste vereinsinterne Duell – Robert setzte sich gegen Rafaela durch. In der Mitte des Turniers kamen mit Leon Sturm und Tristan Lobnig zwei Niederlagen in Serie, doch Robert fing sich eindrucksvoll: Siege gegen Ernst Draxl und Hagen Matthias Schmied sowie ein Remis gegen Bernhard Saxer (1961) brachten ihn wieder ins vordere Drittel. In der Schlussrunde war gegen Michael Schrimpf nichts mehr zu machen.
Rafaela Theurl
Rafaela Theurl erwischte einen harten Start: Runde 1 gegen AFM Benjamin Eder (2072), dann ein Sieg gegen Gerhard Überall, in Runde 3 und 4 die beiden vereinsinternen Partien gegen Robert und gegen Simon, beide verloren. Bei 1 aus 4 hätte man den Kopf hängen lassen können – Rafaela tat das Gegenteil.
Sie gewann gegen Martin Kramer und AFM Paul Zapfel und holte anschließend zwei Remisen gegen die deutlich höher eingestuften Marco Kesik (1869) und Mariella Mai (1826). Erst in der Schlussrunde gegen Roman Baurecht war der Faden gerissen. 4 aus 9, Rang 37 und eine Performance von 1715 – gut 60 Punkte über ihrer nationalen Elozahl.
Simon Stocker

Die größte Rangverbesserung des Vereins gelang Simon Stocker: vom Setzrang 54 auf Rang 40, also 14 Plätze nach vorne. Nach zwei Auftaktniederlagen gegen Jens Wietschorke und Andreas Zebedin fand der 14-Jährige seinen Rhythmus – Sieg gegen Johann Lach, Sieg im Vereinsduell gegen Rafaela, später ein Remis gegen Walter Scharler, ein kampfloser Punkt in Runde 7 und zum Abschluss ein Remis gegen den Deutschen Moritz Link.
Unter dem Strich stehen 4 aus 9 und eine Turnierleistung von 1703 – fast 250 Punkte über seiner nationalen Wertungszahl von 1456. Nach Platz 9 beim Kufsteiner Open Anfang August ist das die zweite starke Vorstellung in kurzer Folge.
Christopher Stadler
Christopher Stadler (Setzrang 49) legte einen schwierigen Start hin und stand nach sechs Runden bei 1,5 Punkten. Bemerkenswert war Runde 4, in der er gegen den eigenen Klubkollegen Konstantin ein Remis teilte. Nach der Niederlage in Runde 7 gegen Ernst Draxl drehte Christopher noch einmal auf und gewann beide Schlussrunden gegen Martin Kramer und Johann Lach. 4 aus 9, Rang 43 und damit sechs Plätze besser als gesetzt.
Markus Amon
Markus Amon zog gleich in Runde 1 mit Sebastian Ortner das schwerste Los des gesamten Turniers und musste sich geschlagen geben. Danach folgte eine bemerkenswerte Serie: ein Sieg gegen Anna Kainz und anschließend vier Remisen in Folge – gegen Marco Kesik (1869), Werner Hipfl (1863), Michael Gasser (1857) und Roman Baurecht (1877). Vier Gegner, allesamt deutlich höher eingestuft, vier geteilte Punkte. Nach Niederlagen gegen FM Anton Praznik und Walter Scharler holte Markus in der Schlussrunde gegen Noah noch ein Remis im Vereinsduell. 3,5 Punkte, Rang 46, Performance 1678 – rund 90 Punkte über seiner nationalen Elozahl.
Noah Gasser
Noah Gasser startete mit zwei Niederlagen gegen Marco Kesik und Ernst Draxl, ehe er in Runde 4 gegen Raimund Della Pietra (1714) den ersten vollen Punkt am Brett holte – sein bester Sieg des Turniers. Nach einer schwierigen Phase in den Runden 5 bis 7 beendete er das Turnier mit einem Sieg gegen Heidi Traber und dem Remis gegen Markus. 3,5 Punkte, Rang 48 bei Setzrang 56 und eine Performance von 1576, deutlich über seiner Wertungszahl.
Konstantin Stadler
Der jüngste Nußdorf-Debanter im Feld hatte im großen Open die schwerste Aufgabe zu lösen – und Konstantin Stadler hat sie angenommen. Nach Remisen gegen Werner Niesswohl und gegen Christopher sowie einem weiteren Remis gegen Johann Baronbeck gelang ihm in Runde 7 der Sieg gegen Wolfgang Latschen. Zum Abschluss teilte er den Punkt mit Sabine Liotta. 3 Punkte, Rang 53 bei Setzrang 57, Performance 1485. Gegen ein durchwegs erwachsenes Feld ist das eine reife Leistung.
Das Turnier gewann souverän und ungeschlagen IM Leon Mazi (SV Askö St. Veit/Glan) mit 7,5 aus 9. Mit je 6,5 Punkten folgten IM Niko Praznik, Gerald Leitner, FM Klaus-Dieter Kesik und Manfred Jandke. Herzliche Gratulation!

Vereinsduelle und Zahlen zum Schluss
Vier Mal trafen Nußdorf-Debanter im Verlauf des Turniers aufeinander: Robert gegen Rafaela (Runde 3), Simon gegen Rafaela (Runde 4), Christopher gegen Konstantin (Runde 4) und Noah gegen Markus (Runde 9). Sieben unserer acht Spieler beendeten das Turnier mit einer Eloperformance über ihrer nationalen Wertungszahl – bei den Jugendlichen teils deutlich.
Im parallel ausgetragenen Jugendturnier (13 Teilnehmer) siegte Felix Schrimpf mit 8 aus 9, das Blitzturnier (16 Teilnehmer) gewann FM Dr. Wolfgang Max Koch mit 8,5 aus 9; hier waren keine Nußdorf-Debanter am Start.
Ergebnisübersicht SV Nußdorf-Debant
| Spieler | Punkte | Endrang | Setzrang | Performance | Elo national |
|---|---|---|---|---|---|
| Andreas Amon | 5,5 | 13 | 21 | 1918 | 1820 |
| Robert Oberbichler | 4,5 | 28 | 19 | 1811 | 1840 |
| Rafaela Theurl | 4,0 | 37 | 38 | 1715 | 1651 |
| Simon Stocker | 4,0 | 40 | 54 | 1703 | 1456 |
| Christopher Stadler | 4,0 | 43 | 49 | 1650 | 1551 |
| Markus Amon | 3,5 | 46 | 44 | 1678 | 1586 |
| Noah Gasser | 3,5 | 48 | 56 | 1576 | 1422 |
| Konstantin Stadler | 3,0 | 53 | 57 | 1485 | 1414 |
Ein herzliches Dankeschön an den SV Raika Rapid Feffernitz für eine wie immer bestens organisierte Turnierwoche – wir kommen gerne wieder!
Bericht: CLAUDE, gefüttert von Andreas Amon, bearbeitet von Robert Oberbichler
Bilder: Hannes Amon und Robert Oberbichler
Alle Ergebnisse: https://s2.chess-results.com/tnr1327416.aspx?lan=0&art=1&rd=9&flag=30&SNode=S0
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